Link zum Dokument: www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-17926.pdf
Zusammenfassung der Anfrage:
Die Kleine Anfrage thematisiert die unterschiedliche Herangehensweise von Nordrhein-Westfalen (NRW) und Bayern im Bereich Kernfusion. Während Bayern mit politischer Unterstützung, einem Masterplan und finanziellen Mitteln von bis zu 400 Millionen Euro aktiv die Industrialisierung der Fusionsenergie vorantreibt und internationale Konferenzen wie FusionX: Global 2026 nach München holt, bleibt NRW zurückhaltend. NRW verfügt zwar über starke Forschungsstandorte wie das Forschungszentrum Jülich, zeigt jedoch keine aktive Beteiligung an der Fusionsallianz der Bundesländer und sieht derzeit keine Notwendigkeit für einen Beitritt. Die Landesregierung verfolgt das Ziel, Kompetenzen sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Forschung und Industrie zu fördern, betrachtet Kernfusion aber vor allem als langfristiges Innovationsfeld. Die Landesmittel für fusionsbezogene Forschung am Forschungszentrum Jülich lagen von 2020 bis 2026 jährlich zwischen etwa 790.000 und 1.100.000 Euro. Gründe für das Ausbleiben einer Anfrage zur Länderallianz sind der Landesregierung nicht bekannt.
Zusammenfassung der Antwort:
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens sieht Kernfusion als ein bedeutendes Innovationsfeld für Forschung und Industrie, wobei sie die vorhandenen Kompetenzen stärken, die Vernetzung fördern und den Wissenstransfer begleiten möchte. Kurz- und mittelfristig wird kein substanzieller Beitrag zur Energieversorgung erwartet, jedoch technologische Fortschritte und industrielle Potenziale. Konkrete Maßnahmen zur Ansiedlung internationaler Leitveranstaltungen wie FusionX: Global 2026 wurden nicht genannt. Die Landesregierung ist nicht darüber informiert, warum sie nicht zur Länderallianz der Fusionsforschung angefragt wurde, sieht derzeit aber keine unmittelbare Notwendigkeit, dieser Allianz beizutreten. Die fusionsbezogene Forschung am Forschungszentrum Jülich wird im Rahmen der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert, wobei die Landesmittel von etwa 790.000 Euro (2021) auf rund 1.099.000 Euro (2026, geplant) schwanken.